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2020 Die (traurige) Wirecard Story

Source : https://hieron-y-mus.de/trends/Wirecard/

Plötzlich geht alles ganz schnell. 1,9 Mrd. Euro fehlen in der Bilanz. Die Summe aller ausgewiesenen Erträge seit 2012. Anleihennotierungen kollabieren, große Investmentsfonds stoßen ihre Beteiligungen hektisch ab. Ikarus ist abgestüzt.

(Update: 20.Juni 2020) Am 8. Mai 2018 findet im »Singapore-Office« von Wirecard eine denkwürdige Präsentation statt. Ein Buchprüfer eröffnet den dort versammelten Führungskräften, dass er Hinweise auf Betrugsversuche im Zahlungsverkehr und Geldwäsche gefunden hat.

Das Management nimmt dies zur Kenntnis und verlängert den Beratervertrag. Finanzdienstleister müssen solche Verdachtsfälle auch in Singapore unverzüglich anzeigen. Dies geht wohl in der Hektik des Tagesgeschäfts unter. Im fernen London wird dies aber sehr wohl registriert.

Ikarus-Moment

Wirecard ist zu diesem Zeitpunkt am Zenit seiner Unternehmensentwicklung. Sein kometanhafter Aufstieg begann mit dem Eintritt von Markus Braun, einem erfolgreichen KPMG-Berater, in die Firma im Jahr 2002. Wirecard verleibte sich damals Mitwettbewerber ein und wuchs in den Schmuddelecken für Fintechs: Man übernahm die Zahlungsabwicklung für Online-Wettplätze und der Pornoindustrie. Spötter behaupteten, dass die Gewinnmarge größtenteils aus Geldwäsche stammt. Dieses Makel wurde der Zahlungsdienstleister nie los.

Dem trat das Management in Gestalt ihres charismatischen CEO mit der Vision eines bundesdeutschen Innovationszugpferds im angelsächsisch dominierten Fintech-Markts entgegen. Man kommunizierte das Geschäftsmodell hauptsächlich lokal, setzte auf Netzwerke des Finanzplatzes München und auf Kleinanleger. Keine Gazelle mit Wirtschaftsteil, die nicht ausführlich das Geschäftsmodell der Wirecard erklärt und das Unternehmen für Hobbyinvestoren schmackhaft macht.

Die Strategie wirkte. Wirecard entwickelte sich zu einem Darling für (deutsche) Privatanleger. Der Aktienpreis verdoppelte sich 2017 und nochmals zwischen Januar und August 2018. Ikarus flog – um technische Mängel am Fahrwerk und die Befestigung des Federkleides konnte und wollte man sich nicht kümmern. Im Juni 2018 überflügelte Wirecard an der Börse sogar die Deutsche Bank. Alle sind stolz: Auch Deutschland kann Fintech!

Angelsächsische Intervention und teutonischer Schulterschluß

Am 30. Januar 2019 startet die britische Financial Times seine Attacke. Zunächst online, am Folgetag dann auch in der Print-Ausgabe. Ausriß aus der FT vom 31.1.2019

Der Vorwurf: Das Management hat von dubiosen Zahlungsströmena im »Singapore-Office« gewußt und dies toleriert, vielleicht sogar aktiv gefördert. Ikarus fliegt nicht mehr. Der Aktienpreis fällt in mehreren Verkaufswellen innerhalb von zwei Wochen von 165 auf 87 Euro.

In den USA wird Wirecard derweil mit Sammelklagen wegen irreführender oder falscher Angaben zum Sachverhalt konfrontiert. Das Unternehmen ist immerhin im DAX gelistet und damit automatisch in den Portfolien passiver Anleger auf der ganzen Welt enthalten. Wohl auch deshalb springt die Bafin dem Unternehmen am 18. Februar zur Seite: Zum ersten Mal überhaupt wird ein Shortselling-Verbot für eine Einzelaktie verhängt. Zeitgleich eröffnet die Staatsanwaltschaft München ein Ermittlungsverfahren gegen den verantwortlichen Journalisten der Financial Times.

House of Wirecard Series

Die britische Zeitung lässt sich jedoch nicht in die Schranken weisen. Sie legt im März 2019 mit weiteren Enthüllungen nach und belastet den Vorstand Jan Marsalek schwer. Bei Wirecard liegen die Nerven blank. Man weiss sich nur noch mittels einer Unterlassungsklage wegen unrichtiger Darstellung von Geschäftsgeheimnissen zu wehren.

Es läuft sehr gut für die Financial Times. Genüßlich breitet sie die Ermittlungen als House of Wirecard Series online aus. Der Jounalist Dan McCrum, der die Recherchen vorangetrieben hat, wird in die Sparte Investigativer Journalismus befördert.

Es wird April, das Short-Selling-Verbot läuft aus. Die deutsche Finanzwirtschaft steht geeint hinter Wirecard, die angelsächsische Presse und aktivistische Hedge-Funds halten dagegen. Zu guter Letzt erstattet nun auch die Bafin Anzeige. Sie wirft Journalisten und Hedge-Fund Managern Marktmanipulation vor. Dies weist die FT im »House of Wirecard»-Blog umgehend zurück. Auch dieses Verfahren verläuft im Sande.

Softbank steigt ein

Ein seltener Hoffnungsschimmer für leitgeplagte Aktionäre: Am 24. April 2019 verkündet die japanische Softbank, eine Beteiligung von 5,6 % an Wirecard eingegangen zu sein. Genauer: Man kaufte Wandelanleihen, die 2024 zu dieser Beteiligung führen werden, falls der Aktienkurs oberhalb von 130 Euro steht.

Bilanzfälschung

Der Sommer vergeht. Wirecard steht seitens der Financial Times unter permanenter Beobachtung. Im Oktober 2019 folgt die nächste Salve: Das Unternehmen hätte Umsätze und Gewinne zu hoch ausgewiesen, behauptet die Zeitung. Wir sind jetzt beim Vorwurf der Bilanzfälschung angekommen.

Im Dezember 2019 hebt sich der Vorhang zum vorletzten Akt: Die FT bezichtigt Wirecard der Manipulation des Cash-Flows. Gleichzeitig legt die Zeitung Dokumente vor, die beweisen sollen, dass Rami El Obeidi, bis 2011 libyscher Geheimdienstchef und Wirecard Großaktionär, bereits seit 2016 die an der Recherche beteiligten Journalisten und vermutete Informanten beschattet. Das Management von Wirecard hat hiervon natürlich nichts gewußt.

Kriminelle Machenschaften

Noch im Dezember veröffentlicht die FT ein internes Dokument einer Detektei, das beschreibt, wie man preisbestimmende Marktteilnehmer identifiziert und überwacht. Das Dokument ist aus dem Jahr 2016. Es enthält auch Details für einen digitalen Lauschangriff auf die ermittelten Täter. Offenbar wurden über gehackte Mobiltelefone Bewegungsprofile erstellt. Damit wird erstmals strafrechtlich relevantes Material vorgelegt.

Shortseller am Werk

Seitdem steigt die Shortquote der Aktie, also die den Regulierungsbehörden gemeldeten leerverkauften Aktien. Hedge-Funds leihen sich Aktien von institutionellen Investoren aus und verkaufen diese an der Börse. Sie spekulieren darauf, die Titel später zu einem niedrigen Preis zurück zu kaufen und die ausgeliehenen Stücke dann an die ursprünglichen Besitzer zurück geben zu können.

Stühlerücken im Aufsichtsrat.

Im Janaur 2020 übernimmt Thomas Eichelmann den Vorsitz des Aufsichtsrats. Ein neues Gesicht mit einer guten Reputation. Er bekleidete vorher den Posten des CFO der Deutschen Börse. Seine Aufgabe: Retten was zu Retten ist. Die Methode: Vollständige Transparenz.

Das überzeugt viele. Warburg Research hatte beispielsweise noch am 11. Juni 2020 eine Kaufempfehlung für die Aktie abgegeben und ein Kursziel von 230 € innerhalb von 12 Monaten ausgegeben. Die Commerzbank schloss sich dieser Empfehlung mit gleichem Kursziel an.

Im Finanz-Szene-Blog weist Christian Kirchner auf eine Obsession deutscher Fondsmanager zur Wirecard-Aktie hin. Die hohe Gewichtung in aktiv gemanagten Fonds ist sicherlich für den starken Preisverfall im Juni verantwortlich, als nicht nur Privatanleger hektisch verkauften, sondern auch institutionelle Anleger ihre Positionen liquidierten.

Endspiel

Am 19. Juni 2020 verneinen zwei philippinische Banken die Existenz von Konten der Firma. Diese waren in der vorläufigen Bilanz mit guthaben von 1,9 Mrd. € ausgewiesen. Damit ist der Verbleib dieser Summe unklar. Die Wirtschaftsprüfer verweigern ihr Testat und Anleger kalkulieren trocken, dass sämtliche ausgewiesene Erträge der Firma seit 2012 sich in Rauch aufgelöst haben.

2020 Aggressive hedge fund TCI attacks Wirecard

For the British financial juggler Chris Hohn, the bad news comes as it should, because he is benefiting from falling Wirecard rates. CEO Braun would not be his first prominent victim in Germany.

The payment processor Wirecard does not come to rest. After the publication of the special investigation by KPMG’s auditors on Tuesday was accompanied by a huge drop in the share price, the losses continued on Wednesday at the start of trading. This involved speculators who, even after the Munich financial service provider’s rise in Dax a year and a half ago, are always betting on falling prices of the Wirecard share.

One of them is the prominent manager Chris Hohn with his hedge fund TCI. The controversial Briton wrote a letter to Wirecard chief supervisor Thomas Eichelmann, in which he calls for CEO Markus Braun to be dismissed: “We believe that the supervisory board is legally obliged to intervene. In our opinion, the necessary intervention is now to release the CEO from all management tasks. “

2020 The COVID moment is also “…an inflection point

The COVID moment is also “…an inflection point in the connected economy, accelerating a massive migration in consumer demand from the physical world to the digital one

Remote Payments: The Next Normal

It’s an interesting time to be in the payments business. The analytics of the past few months, when visualized, might resemble a murmuration of starlings – masses of tiny data points whirling like birds in flight, buffeted by winds and weather, with no clearly visible endpoint.

What can be learned?

Quite a bit, actually. Surveying roughly 2,100 consumers in late March about how hiding from a deadly germ has influenced shopping and buying in America, the PYMNTS’ April 2020 Remote Payments report confirmed some things we already knew – like the fact that 16 million Americans have lost their jobs, and another 45 million fear losing theirs – and has revealed a good deal of new information about how the recovery will look and, yes, taste.

The COVID moment is also “…an inflection point in the connected economy, accelerating a massive migration in consumer demand from the physical world to the digital one,” the report states. “Consumers living under stay-at-home orders and mandated lockdowns are turning to their connected devices for social, professional and shopping experiences they have traditionally sought in person.”

Store No More?

Given fear of contagion, daily infection stats dominating the media and, of course, coast-to-coast lockdowns, PYMNTS researchers found a major correlation in digital commerce figures.

“The share of consumers who reported shopping and paying for retail purchases online increased from 41.8 percent in 2019 to 56.4 percent in 2020, marking a 34.9 percent increase,” the report states. “We saw the opposite trend regarding their in-store shopping habits, however. The share of those who shopped and paid for retail goods at brick-and-mortar stores decreased from 42.2 percent in 2019 to 32.1 percent in 2020, meaning consumers are 24 percent less likely to make in-store retail purchases now than they were last year.”

Being large can be useful at times like this, and it paid off big-time going into the pandemic, as the analysis shows. “Consumers are particularly fond of Amazon and Walmart, but they shop at these retailers for divergent reasons and typically through different channels,” the report states. Walmart still rules in online groceries, but “consumers who shop with Amazon often do so to make non-grocery retail purchases, which might include clothing, toys and games, electronics and other nonessential items. Our research shows that 8.7 percent of consumers made their most recent purchases on Amazon, for example. They also tended to shop and pay for these items online, with 93.5 percent doing so.”

The shift to online delivery has subsumed a number of growing trends, including new or enhanced modes of payment and delivery. We can only speculate on the effect of a lasting mass exodus to remote shopping and payment.

Digital, Mobile and Remote

Like the malls before them, big-box retail behemoths and spacious grocery stores may be in for a reckoning. Focal questions remain about the extent of these changes, and the timeframe. What is clear from the latest research is that COVID-19 has spurred a societal lurch to online shopping that may augur a very different future than the one businesses planned for at the end of 2019.

Whatever shape the future shopping landscape will take, mobile will be there. “Remote shopping is a major factor driving consumers’ increasing reliance on digital shopping channels, and mobile devices are among the most popular devices used to shop and pay,” according to the April 2020 Remote Payments report. “Our survey found that 53.3 percent of all consumers used their mobile devices to help them complete their most recent purchases, regardless of channel

2020 Wirecard und Visa kooperieren im Rahmen des Visa Fintech-Fast-Track-Programms im Nahen Osten

Die Zusammenarbeit umfasst die schnelle Entwicklung und Markteinführung digitaler Lösungen im Nahen Osten

Wirecard, der weltweit führende Innovationstreiber für digitale Finanztechnologie, und Visa bauen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit weiter aus. Wirecard wird das von Visa initiierte Fintech-Fast-Track-Programm im Nahen Osten als bevorzugter Zahlungsabwickler unterstützen. Als strategischer Partner von Visa stellt Wirecard seine Finanztechnologie sowie sein fundiertes Markt-Know-how zur Verfügung, um Wachstum und Innovation innerhalb der wachsenden Payment- und Fintech-Community in der Region zu beschleunigen.

Das Visa Fintech-Fast-Track-Programm ermöglicht Fintech-Unternehmen schnellen und einfachen Zugang zu VisaNet, dem globalen Zahlungsnetzwerk des Konzerns. Dadurch können die Unternehmen auf Lösungen und Produkte von Visa zurückgreifen und von den zahlreichen Vorteilen des Netzwerks profitieren. Wirecard und Visa unterstützen somit die Fintechs im Nahen Osten dabei, ihre Geschäftstätigkeit so effizient wie möglich zu gestalten und weiter auszubauen.Durch die Kooperation bietet sich die Möglichkeit für Wirecard, auf das wachsende Visa-Netzwerk zuzugreifen, das Teil des Fintech-Fast-Track-Programms ist. „Wir freuen uns, als strategischer Partner eine wichtige Rolle innerhalb des Programms einzunehmen und gemeinsam mit Visa, innovative Finanztechnologie-Lösungen in der Region anzubieten“, kommentiert Humza Chishti, Regional Manager für Wirecard im Nahen Osten.„Fintechs sind agil und schnell und erwarten dies auch von ihren Partnern. Das Fintech-Fast-Track-Programm erfüllt die Anforderungen der Fintechs in puncto Geschwindigkeit und vereinfacht den Zugang zu den Ressourcen von Visa, sowohl weltweit als auch in der gesamten Region“, sagt Otto Williams, Vice President, Strategic Partnerships, Fintech and Ventures, CEMEA, bei Visa. „Die Partnerschaft mit Wirecard wird es uns ermöglichen, den Wert der Fintechs als Teil unseres Netzwerks weiter zu steigern. Gemeinsam werden wir an innovativen neuen Handelskonzepten arbeiten, die in großem Umfang und mit Tempo umgesetzt werden können.“

Erfahren Sie mehr über das Fintech-Fast-Track-Programm von Visa unter https://Partner.Visa.com.

2019 PayPal backs down from Facebook’s Libra project

PayPal has announced on Friday, 4 October, that the company is withdrawing from the Libra Association.

A spokesperson of the company told CoinDesk in a statement that they ‘made the decision to forgo further participation’ in the Facebook-initiated crypto project, and instead to continue focusing on advancing their ‘existing mission and business priorities’ in their intent to ‘strive to democratise access to financial services for underserved populations’.

Facebook revealed Libra in June 2019, announcing that it would launch a stablecoin meant to bring financial services to unbanked individuals worldwide. The project was met with immediate regulatory backlash, and with policymakers in multiple countries claiming that Facebook might run the risk of destabilising the global monetary order. However, PayPal remains supportive of Libra’s aspirations, as Facebook has been a longstanding strategic partner to PayPal.

2019 Bit’s and Pretzels

Richard Branson, Kevin Spacey und dieses Jahr schließlich Barack Obama: Wenn es um weltweit bekannte Keynote-Speaker geht, übertrifft sich die Gründermesse „Bits & Pretzels“ gefühlt jedes Jahr aufs Neue.

Im Interview beim HORIZONT erklären die drei Gründer Andy Bruckschlögl, Bernd Storm van’s Gravesande und Felix Haas, wie sie an Obama rangekommen sind – und wie man das im nächsten Jahr noch toppen will.

© HORIZONT Die drei „Bits & Pretzels“-Gründer Andy Bruckschlögl (links), Bernd Storm van’sGravesande (daneben) und Felix Haas (rechts)

Zum interview: